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Bleileitungen im Wiener Altbau: Alle 23 Bezirke im Überblick, Zuständigkeit und Schutz am Hahn

Das Wiener Hochquellwasser verlässt die Wasserbehälter der Stadt Wien frei von Blei, und alle öffentlichen Hausanschlussleitungen wurden bis 2007 saniert. Ab der Grundstücksgrenze beginnt jedoch die Hausinstallation des Eigentümers: In Wiener Gründerzeithäusern (Bauperiode bis 1945) können Steig- oder Wohnungsleitungen noch aus Blei bestehen.

Wiener Wasser hat alle öffentlichen Anschlussleitungen bis 2007 getauscht. In Altbauten vor 1945 entscheidet jedoch der Zustand der Hausleitungen über die letzten Meter bis zum Hahn.

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Christoph Speiser beim Wassertest in einer Küche: Messgerät im Wasserglas, daneben Teststreifen und der Testkoffer
Leitungswert vor Ort10 µg/lAktueller Grenzwert für Blei laut Trinkwasserverordnung (ab 12. Jänner 2036 auf 5 µg/l halbiert). Ab der Grundstücksgrenze ist der Hauseigentümer zuständig.

Auf einen Blick

Öffentliches Rohrnetz (MA 31)
Alle öffentlichen Hausanschlussleitungen der Stadt Wien wurden bis 2007 vollständig bleifrei saniert
Hausinstallation (Altbau)
Ab der Grundstücksgrenze ist der Hauseigentümer zuständig; Hauptthema sind Gründerzeithäuser vor 1938/1945
Grenzwert Blei (TWV)
10 µg/l (Übergangswert bis 12.01.2036, ab dann 5 µg/l)
Rückhaltung am Küchenhahn
Umkehrosmose-Membran TFC-435 senkte Blei im Prüfversuch nach NSF/ANSI 58 im Mittel um 99 %

Alle 23 Wiener Bezirke nach Altbau-Anteil (Bauperiode bis 1945)

Die folgende Übersicht ordnet alle 23 Wiener Gemeindebezirke nach dem Anteil der Gebäude mit Bauperiode bis 1945 an allen Gebäuden mit bekannter Bauperiode (Datengrundlage: Baukörpermodell / Gebäudeinformation der Stadt Wien auf data.wien.gv.at, CC BY 4.0). Rang 1 bezeichnet den Bezirk mit dem höchsten Altbau-Anteil:

Altbau-RangBezirkPLZAltbau-Stufe (bis 1945)Wasserhärte (Leitung)Bezirksseite
1 / 2315. Rudolfsheim-Fünfhaus1150hoch6,4 bis 10,0 °dHDetails 1150
2 / 237. Neubau1070hoch6,4 bis 10,0 °dHDetails 1070
3 / 235. Margareten1050hoch6,4 bis 10,0 °dHDetails 1050
4 / 238. Josefstadt1080hoch6,4 bis 10,0 °dHDetails 1080
5 / 236. Mariahilf1060hoch10,0 °dHDetails 1060
6 / 234. Wieden1040hoch6,4 bis 10,0 °dHDetails 1040
7 / 2318. Währing1180hoch6,4 bis 10,0 °dHDetails 1180
8 / 233. Landstraße1030hoch6,4 bis 10,0 °dHDetails 1030
9 / 2319. Döbling1190hoch6,4 bis 10,0 °dHDetails 1190
10 / 2313. Hietzing1130hoch6,4 °dHDetails 1130
11 / 2314. Penzing1140hoch6,4 °dHDetails 1140
11 / 2317. Hernals1170hoch6,4 bis 10,0 °dHDetails 1170
13 / 2320. Brigittenau1200hoch10,0 °dHDetails 1200
14 / 2316. Ottakring1160hoch6,4 °dHDetails 1160
15 / 239. Alsergrund1090hoch10,0 °dHDetails 1090
16 / 232. Leopoldstadt1020mittel10,0 °dHDetails 1020
17 / 231. Innere Stadt1010mittel10,0 °dHDetails 1010
18 / 2312. Meidling1120mittel6,4 bis 10,0 °dHDetails 1120
19 / 2321. Floridsdorf1210mittel10,0 °dHDetails 1210
20 / 2323. Liesing1230mittel6,4 bis 10,0 °dHDetails 1230
21 / 2311. Simmering1110niedrig10,0 °dHDetails 1110
22 / 2322. Donaustadt1220niedrig10,0 °dHDetails 1220
23 / 2310. Favoriten1100niedrig6,4 bis 10,0 °dHDetails 1100

Hinweis zur Methodik: Die Stufen hoch, mittel und niedrig sind eine eigene Gruppierung dieser Seiten auf Basis des Wiener Gebäudedatensatzes und keine amtliche Einteilung. Ob in einem einzelnen Gebäude noch Bleirohre verbaut sind, hängt vom Sanierungsstand des jeweiligen Hauses ab.

Was Wiener Wasser bei Altbauten empfiehlt und wie Mieter sich am eigenen Hahn absichern

Laut der Fachinformation „Blei im Trinkwasser“ der Stadt Wien (MA 31) wurden in vielen Gründerzeithäusern im Zuge von Umbauten zwar Steigstränge getauscht, einzelne Verbindungs- oder Wohnungszuleitungen können jedoch verblieben sein. Steht Wasser mehrere Stunden (etwa über Nacht) in einer Bleileitung, kann die Bleikonzentration über den Grenzwert ansteigen.

Wiener Wasser nennt als kurzfristige Maßnahme das Ablaufenlassen von Stagnationswasser vor dem Trinken oder Kochen (und rät für Säuglingsnahrung und Schwangere ausdrücklich von Stagnationswasser aus Bleileitungen ab). Wer als Mieter oder Wohnungseigentümer nicht auf eine Komplettsanierung der Steigstränge im Haus warten möchte, kann das Trink- und Kochwasser direkt unter der eigenen Küchenspüle mit einer Directflow-Umkehrosmoseanlage aufbereiten: Im Prüfbericht nach NSF/ANSI 58 hielt die Membran gelöstes Blei zu durchschnittlich 99 % zurück.

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TOP 100 Top-Innovator 2022Bela Aqua Firmenzentrale in ZusmarshausenAusgezeichnet als TOP 100 Innovator 2022

Günter Brandl hat Bela Aqua gegründet. Heute führt die Familie Brandl das Unternehmen weiter, mit eigener Firmenzentrale in Zusmarshausen bei Augsburg und einem Servicenetz in Deutschland und Österreich.

2022 wurde Bela Aqua als TOP 100 Innovator ausgezeichnet. In den Jahren 2020 und 2021 hat das Unternehmen rund 1,6 Millionen Euro investiert. Den 3-in-1-Kombifilter hat Bela Aqua selbst entwickelt.

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Häufige Fragen

Gibt es im öffentlichen Rohrnetz der Stadt Wien noch Bleileitungen?

Nein: Laut Wiener Wasser (MA 31) wurden sämtliche Bleirohre in den öffentlichen Hausanschlussleitungen der Stadt Wien bis zum Jahr 2007 vollständig gegen bleifreie Materialien ausgetauscht.

Wo können in Wien heute noch Bleileitungen vorkommen?

Ab der Grundstücksgrenze (also für die Steigstränge im Stiegenhaus und die Zuleitungen in den einzelnen Wohnungen) ist nicht mehr die Stadt Wien, sondern der jeweilige Hauseigentümer zuständig. Laut Wiener Wasser liegt die Hauptproblematik in den Bleiinstallationen der Gründerzeithäuser (Bauperiode vor 1938 bzw. 1945), in denen oft nur Teile der Steigleitungen erneuert wurden.

Welcher Grenzwert gilt für Blei im österreichischen Trinkwasser?

In der österreichischen Trinkwasserverordnung (TWV) gilt für Blei derzeit ein Übergangswert von 10 µg/l (Mikrogramm pro Liter) bis zum 12. Jänner 2036; danach sinkt der gesetzliche Parameterwert auf 5 µg/l.

Wie lässt sich Blei im Trinkwasser feststellen?

Ob an einem Wasserhahn Blei auftritt, zeigt eine Untersuchung im Labor; die Stadt Wien bietet dafür den Amtsweg „Untersuchung von Blei im Trinkwasser“ an. Beim kostenlosen Wassertest vor Ort messen wir Gesamthärte, elektrische Leitfähigkeit, Nitrat und die Wassersättigung direkt am Hahn.

Hält eine Umkehrosmoseanlage am Küchenhahn gelöstes Blei zurück?

Ja: Im unabhängigen Prüfversuch nach NSF/ANSI 58 (Water Filter Intelligence / California Water Boards) senkte die Umkehrosmose-Membran TFC-435 gelöstes Blei im Mittel um 99 % (von durchschnittlich 150 µg/l im Zulauf auf 1 µg/l im Reinwasser). Damit schützt eine Untertisch-Umkehrosmoseanlage das Trink- und Kochwasser direkt am letzten Punkt vor dem Glas, unabhängig von der Steigleitung im Haus.

Quellen

  1. Stadt Wien, Wiener Wasser: Blei im Trinkwasser (abgerufen 17.10.2026, Seite vom 7.7.2026)
  2. Stadt Wien, data.wien.gv.at: Datensatz Bauperiode grob (BAUPERIODEGROBOGD), CC BY 4.0 (abgerufen 17.10.2026)
  3. RIS: Österreichische Trinkwasserverordnung (TWV), BGBl. II Nr. 304/2001 idgF (Anhang I Teil B: Blei 10 µg/l bis 12.01.2036, danach 5 µg/l) (abgerufen Oktober 2026)
  4. Water Filter Intelligence (WFI) / California State Water Resources Control Board: Prüfbericht TFC-435 Umkehrosmose-Membran nach NSF/ANSI 58 (Blei-Reduktion Ø 99 %) (Prüfbericht 2014)

Christoph Speiser, Bela-Aqua-Berater in Wien · Stand 24. Oktober 2026

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