Auf einen Blick
- Wasserhärte Wien
- 6 bis 12 °dH (I. HQL 10,0 °dH, II. HQL 6,4 °dH; mit Grundwasser bis 20 °dH)
- Wasserhärte Umland (NÖ)
- Je nach Gemeinde bis 25,9 °dH (Perchtoldsdorf), 19,1 °dH (Mödling), 18,1 bis 19,9 °dH (Schwechat), 16,3 °dH (Klosterneuburg)
- Salz-Entkalkungsanlage
- Ionenaustauscher am Hausanschluss im Keller: ersetzt Calcium & Magnesium durch Natrium (Salz)
- Umkehrosmoseanlage
- Untertisch-Trinkwasserfilter (0,0001 µm): entfernt Kalk sowie Nitrat, Blei, TFA & Spurenstoffe am Hahn
Salz-Entkalkungsanlage im Keller vs. Umkehrosmoseanlage unter der Spüle
Im Sprachgebrauch werden die Begriffe Entkalkungsanlage, Enthärtungsanlage, Kalkfilter und Umkehrosmoseanlage oft gleichgesetzt. Technisch lösen sie jedoch unterschiedliche Aufgaben:
| Merkmal | Salz-Entkalkungsanlage (Ionenaustauscher) | Kannenfilter / Hahn-Kalkfilter | Directflow-Umkehrosmose (Bela Aqua OBLIGE) |
|---|---|---|---|
| Einbauort | Keller am Hauptwasseranschluss (ganzes Haus) | Lose auf der Arbeitsplatte bzw. am Auslauf | Kompakt im Spülenschrank (14 cm breit) |
| Miet- & Eigentumswohnung in Wien | Meist nicht möglich (Eingriff ins Steigstrang-Netz) | Möglich, aber geringes Volumen | Direkt am Eckventil unter der eigenen Spüle |
| Wie wird das Wasser enthärtet? | Ionenaustausch: Calcium & Magnesium werden gegen Natrium getauscht | Kleines Ionenaustauscher-/Aktivkohle-Granulat | Physikalische Membranfiltration (0,0001 µm) ohne Salzzusatz |
| Rückhalt von Nitrat, TFA & Medikamenten | Nein (reiner Kalk-/Ionentausch) | Kaum bis gar nicht bei gelösten Ionen & TFA | Ja (hält gelöste Salze, Schwermetalle, Nitrat & PFAS/TFA zurück) |
| Laufender Aufwand | Regeneriersalz-Säcke nachfüllen, Jahreswartung | Kartuschenwechsel alle paar Wochen | Filterwechsel selbst per Soft-Clip, ohne Fachmann |
Einordnung: Wer ein Einfamilienhaus mit sehr hartem Brunnen- oder Grundwasser besitzt und sämtliche Rohrleitungen sowie den Warmwasserboiler vor Kalkstein schützen möchte, nutzt dafür klassische Entkalkungsanlagen bzw. Enthärtungsanlagen (eine Wasserenthärtungsanlage oder Wasserentkalkungsanlage mit Salzbehälter im Keller, deren laufender Salzverbrauch vom Wasserverbrauch und Härtegrad abhängt). Wer dagegen am Küchenhahn kalkfreies, natriumarmes und von Spurenstoffen befreites Trink-, Tee-, Kaffee- und Kochwasser zapfen möchte, erreicht das ohne Salzsäcke mit einer Untertisch-Umkehrosmoseanlage.
Warum klassisches Wasser enthärten per Ionenaustauscher das Trinkwasser verändert
Eine klassische Enthärtungsanlage entfernt die Härtebildner Calcium und Magnesium nicht ersatzlos aus dem Wasser, sondern tauscht sie im Harzbett gegen Natrium-Ionen aus. Pro 1 °dH reduzierter Wasserhärte steigt der Natriumgehalt im Wasser rechnerisch um rund 8,2 mg/l.
Wird etwa im südlichen Wiener Umland Wasser von 25 °dH auf 5 °dH enthärtet, gelangen dadurch rund 164 mg/l zusätzliches Natrium ins Wasser. Gleichzeitig passieren Nitrat, Trifluoressigsäure (TFA), Arzneimittelrückstände und Mikroplastik das Enthärtungsharz ungehindert. Bei einer Umkehrosmoseanlage werden sowohl die Kalkbildner als auch gelöste Fremdstoffe an der Membran zurückgehalten und mit dem Spülwasser abgeleitet, ganz ohne Natrium-Eintrag.
Wo in Wien und Umgebung ist die Wasserhärte besonders hoch?
Nach der Einteilung der Stadt Wien gilt Wasser bis 10 °dH als weich, von 10 bis 16 °dH als mittel und über 16 °dH als hart. In Wien liefern die I. Hochquellenleitung 10,0 °dH (Stufe mittel) und die II. Hochquellenleitung 6,4 °dH (Stufe weich, Analysen vom 3. August 2026).
In sechs Wiener Bezirken kann die Gesamthärte laut Stadt Wien in Ausnahmefällen durch die Einspeisung von Grundwasser bis auf 20 °dH (3,57 mmol/l, Stufe hart) ansteigen (zum Vergleich die Wiener Grundwasserwerke: Lobau 15,0 °dH, Moosbrunn 16,8 °dH):
- 1020 Wien-Leopoldstadt (10,0 °dH, bis 20 °dH)
- 1030 Wien-Landstraße (6,4 bis 10,0 °dH, bis 20 °dH)
- 1110 Wien-Simmering (10,0 °dH, bis 20 °dH)
- 1200 Wien-Brigittenau (10,0 °dH, bis 20 °dH)
- 1210 Wien-Floridsdorf (10,0 °dH, bis 20 °dH)
- 1220 Wien-Donaustadt (10,0 °dH, bis 20 °dH)
Im niederösterreichischen Umland stammt das Trinkwasser überwiegend aus Grundwasserbrunnen der EVN Wasser oder eigener Gemeindewasserwerke und ist dort deutlich kalkhaltiger als das Wiener Hochquellwasser. Die höchsten gemessenen Härtewerte unter den Umland-Gemeinden mit eigener Detailseite:
| Gemeinde | PLZ | Gesamthärte (°dH) | mmol/l | Wasserversorger | Detailseite |
|---|---|---|---|---|---|
| Perchtoldsdorf | 2380 | 25,9 °dH | 4,62 mmol/l | Marktgemeinde Perchtoldsdorf (eigene Wasserversorgung) | Werte & Herkunft |
| Schwechat | 2320 | 18,1 bis 19,9 °dH | 3,23 bis 3,55 mmol/l | Stadtgemeinde Schwechat (eigenes Wasserwerk) | Werte & Herkunft |
| Mödling | 2340 | 19,1 °dH | 3,41 mmol/l | Stadtgemeinde Mödling (eigenes Wasserwerk) | Werte & Herkunft |
| Mauerbach | 3001 | 6,5 bis 16,3 °dH | 1,16 bis 2,91 mmol/l | EVN Wasser | Werte & Herkunft |
| Purkersdorf | 3002 | 6,2 bis 16,3 °dH | 1,11 bis 2,91 mmol/l | EVN Wasser | Werte & Herkunft |
| Gablitz | 3003 | 6,5 bis 16,3 °dH | 1,16 bis 2,91 mmol/l | EVN Wasser | Werte & Herkunft |
| Klosterneuburg | 3400 | 16,3 °dH | 2,91 mmol/l | EVN Wasser | Werte & Herkunft |
| Wolfsgraben | 3012 | 6,4 bis 15,5 °dH | 1,14 bis 2,77 mmol/l | EVN Wasser | Werte & Herkunft |
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